Samstag, 17. August 2019

Deutsche Wasser (47): Dümmer



Eines Tages erhob am Dümmer ein Flusskrebs seinen kantigen Kopf und schälte sich selbst aus der Schale.

„Was machst du da?" fragten, die Schuppen runzelnd, Zander, Barsche und Aale.

Der Krebs sprach unter Anlockgebärden: „Ich will ein Striptease-Tänzer werden!"

Die Fische verlachten ihn fiese.

Der Krebs jedoch wollt’ unbeirrt nach St. Pauli. 

„Mit meinen Kneifzangen tease und tanze ich auf dem Table und zwinker wie der junge Clark Gable für Touris und Trinker!"


Als auf der Reeperbahn angekommen, wollten die Etablissements ihn mitnichten, argumentierten mit Äußerlichkeiten. 

Er musst‘ auf die Tänzerkarriere verzichten, schnibbelte mit seinen Scheren im „Zwick" Gemüse, um seinen Unterhalt zu bestreiten.

Er wohnte in einem Souterrain-Zimmer, mit feuchten Wänden (zum Glück). 

Sie nannten ihn „den mit den Scherenhänden" und, auf seine Herkunft gemünzt, „dumm & dümmer".

Im Kollegenkreis wurde gestreut, dass er roch.

Doch bald bewies er Spezialkompetenz im Umgang mit Krustentieren, schulte um, wurde Koch, kreierte seine berühmten „Krabben mit Käse", übernahm den Laden, zog nach Blankenese und machte dabei eher wenig Gewese. 

Schließlich verwirklichte er seinen Traum und tanzte im eigenen Club an der Stange, umschmeichelt von Ibiza-Seifenschaum.


Er traf ein Go-Go-Girl namens Anne und lebte mit ihr in wilder Ehe. 

Dann stolperte er bei der Arbeit und landete selbst in der Pfanne, just an dem Tag, als sein Buch erschien: „Mein Wille geschehe - vom Flusskrebs im Manne"

Mit Knoblauch und Pasta musste er sieden - 


Penne in Frieden.









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Manche leben, um zu arbeiten, andere arbeiten um zu leben. Ich arbeite, um zu pendeln. Was gibt es schöneres, als die anfallenden Arbeitsweg...

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